Auf den Aggenstein wandern – Traumtour mit den Öffis

Anzeige Mit dem öffentlichen Nahverkehr auf den Aggenstein wandern? Geht denn das? Nun, ich habs probiert und festgestellt: das geht. Ziemlich gut sogar. Ein Wanderbericht.

Inhalt

Von welcher Seite man ihn auch betrachtet, der Gipfel des Aggenstein ragt majestätisch und schroff aus den Allgäuer Alpen. So viele Blickwinkel es auf diesen Berg auch gibt, so viele Wege führen hinauf zu ihm. Im Rahmen meiner Wanderungen entlang der Himmelsstürmerroute der Wandertrilogie Allgäu möchte ich heute auf den Aggenstein wandern. Allerdings nicht von der deutschen, sondern von der österreichischen Seite aus.

Zum Aggenstein wandern — Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Die einfachste und bequemste Anreise ist mit dem Tälerbus, der auch die Grenze überschreitet. Er verbindet das Allgäu mit dem Tannheimer Tal (und umgekehrt) und verkehrt je nach Witterung von Mitte Mai bis Ende Oktober. Der Bus fährt viermal täglich. Und heute nehme ich ihn. Übrigens: Der Talbus ist kostenlos, sofern man eine der folgenden Karten besitzt: die Königscard, eine der Gästekarten von Pfronten bzw. Tannheim oder eine der Bergbahnkarten der beiden Orte. Ansonsten gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Tirol.

Los gehts am Füssener Jöchle

Der Ausgangspunkt meiner Wanderung ist die Bergstation der Bergbahn Füssener Jöchle in Grän. Sie bringt mich ganz entspannt auf knapp 1.800 Höhenmeter und erspart mir so den steilen Aufstieg. Normalerweise nicht mein Ding. Aber in Kombination mit dem Bus im Tal ist es eine wirklich coole Verbindung.

Denn steil geht es ab hier sowieso weiter. Zunächst geht es hinauf zum knapp 100 Meter höher gelegenen Gamskopf und dann wieder hinunter zur Sebenalpe. Das ist zwar eine reine Alpe und kein Gasthof. Dafür ist sie aber idyllisch gelegen und für eine kleine Rast sehr gut geeignet. Die Aussicht auf die umliegende Bergwelt ist wirklich schön. Gerade jetzt, wo sich die Sonne warm und golden über die ersten Gipfel schiebt. Das tut auch dem Weg gut. In der Nacht gab es nämlich den ersten Frost, weshalb die schattigen Abschnitte noch recht rutschig sind.

Die nächsten Kilometer sind jedoch reines Bergwandervergnügen. Im leichten Auf und Ab des Weges bleibt der Aggenstein stets in Sicht. Ich staune immer wieder, wie weit man geht und doch scheinbar nicht näher kommt. Denn auch hier gilt: Auf den Aggenstein zu wandern, ist Wandern im wahrsten Sinne des Wortes. Es braucht eben nur Zeit. Diese wird jedoch durch herrliche Bergpanoramen ins Tannheimer Tal versüßt, die wirklich gnadenlos schön sind.

Hüttenglück kurz vorm Aufstieg

Kurz vor der Bad Kissinger Hütte schlängelt sich der Weg noch einmal steil die Höhenmeter hinauf. Vorbei an der Abzweigung zur Breitenbergbahn, einer Alternative für nicht ganz so höhentaugliche und trittsichere Wanderer, erreiche ich wenig später die Hütte. Was für eine Aussicht! Nicht nur auf den wolkenlosen Himmel, von dem die Spätsommersonne warm und heiß herunterbrennt. Auch das idyllische Tannheimer Tal, umgeben von hohen Bergen, liegt im Blickfeld und macht richtig Lust auf mehr.

Nach einer kurzen Rast geht es weiter. Denn jetzt bedeutet Wandern auf den Aggenstein auch ein bisschen Klettern. Hinter der Hütte schlängelt sich der Weg in Serpentinen die doch recht steilen Höhenmeter hinauf. Hier sind der eigene Rhythmus und Trittsicherheit gefragt. Wer zu schnell hetzt oder gegen seine Geschwindigkeit läuft, kommt schnell außer Atem und verliert den Spaß an diesem Aufstieg.

An der Weggabelung zum Langen Strich angekommen, muss ich mich entscheiden. Entweder ich weiche den aus dem Tal aufziehenden Wolken aus und steige direkt in Richtung Breitenberg ab oder ich mache noch schnell einen Abstecher zum Gipfelkreuz. Nach kurzer Überlegung steht fest: Na klar, ich will hinauf.

Kraxelnd auf den Aggenstein wandern

Am einfachsten geht das über den sehr gut gesicherten Steig in der Südostflanke. Eisenketten und Sporne im Fels weisen den Weg und bieten die Möglichkeit, entgegenkommenden Wanderern auszuweichen. Doch Vorsicht: Der Steig selbst ist nicht ohne. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind hier unbedingt erforderlich. Wer sich unsicher ist, sollte auf den Aufstieg verzichten.

Oben angekommen, erwartet mich ein kleines Naturschauspiel. Während die Bad Kissinger Hütte knapp 200 Meter unter mir im aufziehenden Nebel verschwindet, liegt das Tannheimer Tal mit seinen Bergen direkt vor mir. Obwohl die Sicht etwas diesig ist und auch die Seen des Allgäuer Voralpenlandes im Dunst verschwinden, bekomme ich einen guten Eindruck von dieser fantastischen Bergwelt.

Auch wenn ich mich von diesem Anblick kaum losreißen kann, heißt es wenig später auch für mich: wieder absteigen. Denn wer auf den Aggenstein wandern will, kann nicht ewig oben bleiben. So verlockend dieser Gedanke auch sein mag.

Der Weg „Langer Strich” führt auf der Nordseite in Serpentinen wieder vom Gipfel hinunter. Manchmal führt er ganz nah am Abgrund vorbei. Da kann man immer wieder überprüfen, wie es um die eigene Höhenangst bestellt ist. An dieser Stelle fällt der Fels knapp 200 Meter steil ab, was mir Respekt vor diesem Berg abnötigt. Wer dem Weg folgt und seine Schritte vorsichtig und überlegt wählt, sollte wie ich wenig später gesund und munter am Wiesengrat wieder herauskommen.

Von hier aus zieht sich der Weg ganz entspannt und gemütlich bis zur Bergstation der Breitenberger Hochalpbahn. Und wieder muss ich mich entscheiden. Entweder ich fahre hinunter nach Pfronten, oder ich steige noch einmal 130 Höhenmeter hinauf zur Ostlerhütte auf dem Breitenberg. Da ich so früh am Tag noch keine Lust auf den Abstieg habe, entscheide ich mich für die zweite Variante.

Abstecher zur Ostlerhütte auf dem Breitenberg

Auf einem breiten Schotterweg, der teilweise sehr steil ist, bringt mich die Wanderung meiner wohlverdienten Rast immer näher. Doch dank der Bergbahn sind jetzt deutlich mehr Menschen mit mir unterwegs. Mit Kinderwagen, in Jeans und vor allem mit ungeeignetem Schuhwerk rutschen sie immer wieder aus und haben es deutlich schwerer als ich. Deshalb ein gut gemeinter Rat: Wer in die Berge will, sollte Schuhe mit Profil wählen. Turnschuhe dienen beispielsweise einem ganz anderen Zweck als Wander- oder Bergstiefel.

Aber auch sie haben meinen Respekt. Kurz nach mir haben auch sie es geschafft und genießen die Aussicht von der Sonnenterrasse, auf die allerdings keine Sonne mehr scheint. Die Wolken haben den Wettstreit gewonnen und der Gipfel des Aggensteins ist mittlerweile komplett in ihnen verschwunden. Was für ein Glück, dass mein Zeitfenster für die Gipfelbesteigung gerade noch gereicht hat!

Wandern im Allgäu

Du willst mehr über das Allgäu als Wanderregion erfahren und suchst Touren, die man im Allgäu unternehmen kann?

Nach einer wohlverdienten Pause laufe ich das kurze Stück zur Bergstation zurück. Der knappe Kilometer bergab ist deutlich leichter als der Aufstieg. Und wieder muss ich mich entscheiden. Da die Bergbahn auf den Breitenberg aus einer Kabinenbahn bis auf 1.500 Höhenmeter und einem anschließenden Sessellift auf den Grat besteht, muss ich mich entscheiden, ob ich laufen oder fahren möchte. Da ich es aber liebe, mich im Sessellift ins Tal schaukeln zu lassen, wähle ich ausnahmsweise genau diese Alternative. Während mir der sanfte, aber durchaus frische Wind um die Nase weht, gleite ich bequem sitzend meinem Ziel immer näher. Nach knapp 20 Minuten Fahrtzeit – für beide Bahnen wohlgemerkt – erreiche ich schließlich Pfronten-Steinach.

Vom Aggenstein wandern — Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Direkt gegenüber der Talstation der Breitenbergbahn befindet sich die Haltestelle des Tälerbusses. Von hier fahren auch die Regionalbahn Richtung Vils bzw. Kempten und der Bus des örtlichen ÖPNV ab. Meine Empfehlung wäre daher, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen. Wenn es einem so einfach gemacht wird, muss man nur noch zugreifen. Dann steht dem Abenteuer Aggenstein und den Gipfelerlebnissen im Allgäu nichts mehr im Wege.

Tipps & Informationen

HINKOMMEN
Mit dem Tälerbus Linie 123 von Pfronten bis zur Talstation der Bergbahn Füssener Jöchle nach Grän, Haltestelle Grän Liftanlagen. Fahrtzeiten via vvt.at.

ZURÜCKKOMMEN
Mit dem Tälerbus Linie 123 von Pfronten wieder ins Tannheimer Tal. Fahrtzeiten via vvt.at.
Mit der Regionalbahn entweder über Vils & Reutte nach Garmisch-Partenkirchen oder nach Kempten. Fahrtzeiten via bahn.de.
In Pfronten-Steinach halten auch andere Buslinien. Mit denen gelangt man zum Beispiel auch nach Reutte und nach Füssen. Fahrtzeiten via Mona-Allgäu.

AUSRÜSTUNG
Für diese Wanderung benötigt es auf jeden Fall Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Der Aufstieg zum Aggenstein ist als alpin zu bezeichnen und muss zum Teil auf allen Vieren erkraxelt werden. Handschuhe und ein Helm könnten aus Sicherheitsgründen hier sicher nicht schaden. Ein Klettersteig-Set braucht es dagegen nicht.

Zudem empfehle ich vor allem im Sommer einen ausreichenden Sonnenschutz. Ein Großteil des Weges verläuft oberhalb der Baumgrenze ist man dank südlicher Ausrichtung starker Strahlung ausgesetzt.

ESSEN & TRINKEN
Unterwegs gibt es wie beschrieben die Bad Kissinger Hütte und die Ostlerhütte, die sich beide für eine Pause sehr gut eignen. Auch bei den Bergstationen der Füssener Jöchle Bergbahn und der Breitenbergbahn kann man einkehren. Aber Achtung: auf jeden Fall vorher die Öffnungszeiten checken. Zwischen Winter und Sommer gibt es im Frühjahr und im Herbst Zeiten, an denen die Hütten geschlossen sind.

UNTERKUNFT
Sofern man im Tannheimer Tal übernachten möchte, kann ich aus eigener Erfahrung den Schwarzen Adler sehr empfehlen. Das 4-Sterne-Spa-Hotel eignet sich perfekt als Ausgangs- & Erholungsort. Nach der Wanderung kann man hier wieder gut regenieren und den Abend bei einem 5-Gänge-Menü kulinarisch ausklingen lassen.

BESONDERER TIPP
Der Weg zum und über den Aggenstein ist Teil der Himmelsstürmer Route der Wandertrilogie Allgäu. Genau genommen sind das die Etappen 24 und 25. Den kompletten Überblick gibt es in dem Kompass Wanderführer* „Wandertrilogie Allgäu, 84 Touren“

Wanderkarte

*ANZEIGE — Disclaimer | Hinweis in eigener Sache
Dieser Beitrag entstand im Rahmen einer Pressereise, die von der Allgäu GmbH veranstaltet wurde. Dafür wurden mir An- und Abreise, Unterkunft, Verpflegung sowie Eintrittsgelder zur Verfügung gestellt. Die rechtliche Kennzeichnung als „Anzeige“ erfolgt, da der Beitrag durch diese Leistungen beeinflusst ist. Auf meine persönlichen Eindrücke und abschließende Meinung wurde dagegen kein Einfluss genommen. Diese entsprechen ausschließlich meiner persönlichen Sicht.

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