Unterwegs auf dem Pfälzer Waldpfad im Dahner Felsenland (Etappe 8)

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Anzeige Auf insgesamt 144 Kilometern verläuft der Pfälzer Waldpfad von Kaiserslautern bis nach Schweigen-Rechtenbach. Und damit einmal quer durch den Pfälzerwald. Die 8. Etappe entführt dabei ins Dahner Felsenland, das mit seinen Burgruinen und Ausblicken abwechslungsreich zu verzaubern vermag. Ein Wanderbericht.

Ein Berg, drei Burgen. Oder vielmehr Burgruinen. Denn von den eigentlichen Burgen Altdahn, Grafendahn und Tanstein ist im Grunde nicht viel mehr übrig geblieben als ein paar Mauerreste. Und Erinnerungen. So weiß die Geschichte von den drei Burgen auf dem lang gestreckten Schlossberg nahe des Örtchens Dahn, wo die achte Etappe des Pfälzer Waldpfad beginnt, Erstaunliches zu berichten. Ursprünglich im Besitz der Familie Dahn brauchte es Jahrhunderte und jede Menge Verhandlungsgeschick, bis die drei Burgen letztlich als Ruinen wieder in den Besitz eines Sprosses der Familie anlangten. Dazwischen wurde eingenommen, vieles zerstört und wieder aufgebaut, auch mal angebaut und Zerstörtes überbaut. Mittelalter halt.

Nichtsdestotrotz sind die drei Burgruinen, die zeitlich gesehen nacheinander erbaut wurden, das erste Highlight nach dem Aufstieg. Der zog sich kurz vom Ort Dahn in die Höhe und bildet einen wunderbaren – Achtung: Kalauer! – Höhepunkt. Der Blick reicht weit über den Pfälzerwald, in dessen Tälern sich so früh am Morgen Reste der Nacht und tiefhängende Wolken gerade beginnen aufzulösen. Parallel dazu versucht die Sonne, in einer letzten wärmenden Phase, das Herbstlaub zum Leuchten zu bringen. Der Beginn einer Wanderung, wie sie besser gar nicht starten könnte.

Auf dem Pfälzer Waldpfad unterwegs zur Dahner Burgengruppe
Auf dem Pfälzer Waldpfad unterwegs zur Dahner Burgengruppe

Von der Dahner Burgengruppe zum Wasgaublick

Lange halte ich mich auf den Ruinen der drei Burgen auf. Zu viel gibt es zu entdecken, zu schön sind die Ausblicke. Und Einblicke. Ein altes Mühlrad, fest am Mauerwerk verankert, gegenüber befindet sich auf einem Felsvorsprung ein gemauerter Verschlag. Treppen führen hinauf und wieder hinab – ich merke gar nicht wie ich von Burg zu Burg gelange. Die Übergänge sind fließend und zu sehr verschwimmen Gegenwart und Vergangenheit. Wie es sich wohl in solch einer Burg gelebt haben mag? Wenn man schon bei der Morgentoilette einen solch wunderbaren Ausblick genießen und ganz nebenbei die Bauern im Tal bei der Verrichtung ihres Tagwerks beobachten konnte? Ich finde keine Antwort auf meine Fragen und genieße einfach. Magisch schön ist es hier und bleibe ich länger als ursprünglich geplant.

Doch die achte Etappe auf dem Pfälzer Waldpfad hat noch ein paar weitere Höhepunkte. Der nächste zum Beispiel ist der Wasgaublick knapp 4 Kilometer nach der Dahner Burgengruppe. Auf einem Fels am Rande des Ebersberg thronen Tisch und Bänke mit einem Traumblick ins Tal. In dem ruhen idyllisch und verschlafen die Ortschaften Reichenbach und Schindhard. Klein aber oho. Zumindest von oben betrachtet. Auf der Bergkuppe gegenüber blinkt im Schatten der tief stehenden Sonne schon der rote Sandstein des nächsten Zwischenstopps. Doch bis ich endlich an der Burgruine Drachenfels ankomme, braucht es noch eine große Kehre, einige Auf- und Abstiege und das wunderschöne Dörfchen Busenberg, durch das ich erst noch hindurch muss.

Gut gesichert und wunderschön: Jede Menge Ausblicke auf dem Pfälzer Waldpfad
Gut gesicherter Picknickplatz: Ausblick auf dem Pfälzer Waldpfad

Weiter auf dem Pfälzer Waldpfad zur Burgruine Drachenfels

Und das macht es mir nicht leicht. Denn es entpuppt sich als mindestens genauso idyllisch wie die Ortschaften von oberhalb. Von seichten Berghängen umgeben, aus dessen Wäldern vereinzelt rote Sandsteinfelsen wie riesige Pilze hervorstechen, zeigt sich der Ort von seiner herbstlichen Seite. Auf Treppen stehen ausgehöhlte Kürbisse unterschiedlichster Größe und zu Kränzen geflochtene Herbstblätter schmücken die ein oder andere Tür. Jeder Eingang ist anders aufgehübscht und schick gemacht. Wer so nah an der Natur lebt, zelebriert sie auch. Da kann der Großstädter in mir nur neidisch staunen.

Hinter dem Ort führt mich der Wegweiser wieder straff bergan. Anfänglich auf einem breiten Forstweg verläuft der Pfälzer Waldpfad später bis hinauf zur Burgruine Drachenfels vornehmlich auf einem schmalen Pfad durch dichten Wald. Der Name soll hier schließlich auch Programm sein! Denn das muss ich dieser Etappe lassen: Teer oder Asphalt bekomme ich eigentlich nur in den Ortschaften unter die Füße. Der Rest teilt sich in Forst- und Waldwege auf, was dem ganzen Wanderweg zurecht den Titel „Zweitlängster Prädikatswanderweg“ in der Pfalz einbrachte.

Abwechslungsreich und schön: unterwegs auf dem Pfälzer Waldpfad
Abwechslungsreich und schön: unterwegs auf dem Pfälzer Waldpfad

Abstieg zur Drachenfelshütte

Etwas kleiner zwar als die Dahner Burgengruppe, aber nicht minder schön, ist die Burgruine auf dem Drachenfels. Ein solitär stehender Sandsteinfels, der wegen seines Aussehens im Volksmund auch liebevoll „Backenzahn“ genannt wird, thront schon von weitem sichtbar auf dem weit gestreckten Bergrücken und bildet den traurigen Rest einer einstmals wunderschönen Burg. Denn geschichtlich betrachtet war das hier mal ne richtige Wucht, deren Anfänge vermutlich bis ins 12. Jahrhundert zurück reichen. Als Ritterburg genoss sie zwar nicht so richtig großes Ansehen wie andere Burgen der Umgebung, war sie aber aufgrund ihrer exponierten Lage ein oft begehrtes Objekt.

Dennoch kam am Ende was kommen musste: die Burg wurde im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts eingenommen, geschliffen und niedergebrannt. Und nicht wieder aufgebaut. Der Selbstbedienung feil geboten sollen sich noch heute Steine von ihr in der Kirche oder einigen herrschaftlichen Häusern des Dorfes Busenberg wiederfinden. Übrig blieb auf dem exponierten Sandsteinfelsen eben jener Backenzahn und die Erinnerung an einst glorreiche Zeiten.

Der „Backenzahn“ – Überbleibsel einer einst stolzen Burg
Der „Backenzahn“ – Überbleibsel einer einst stolzen Burg

Unterhalb der Ruine und im weiteren Verlauf des Pfälzer Waldpfad heißt das nächste Ziel passenderweise „Drachenfelshütte“. Nur knapp 200 Meter von der gleichnamigen Burgruine entfernt laden auch hier die Freunde des Pfälzerwald Vereins zur Hüttenromantik. Ähnlich dem Hohe-Loog-Haus auf dem Pfälzer Weinsteig wird die Drachenfelshütte ehrenamtlich von deren Vereinsmitgliedern betrieben.

Pfälzer Gastfreundschaft gepaart mit Pfälzer Speisen sind dann auch ein gelungener Abschied von der achten Etappe des Pfälzer Waldpfad. Denn von hier sind es nur noch knapp drei Kilometer bis nach Erlenbach und damit ans Etappenziel. Doch bis dahin gönne ich mir noch eine Pfälzer Schorle und lasse die Ereignisse des Tages Revue passieren. Prost und wohl bekomms! Perfekte Wanderungen wie diese gibt es nunmal leider nicht alle Tage…

Tipps, Karte & Infos

HINKOMMEN.
– Vom Bahnhof Hinterweidenthal fahren u.a. die Buslinien 250, 251 und 252 bis nach Dahn. Von Bahnhof in Bad Bergzabern aus fährt die Buslinie 545. Eine genaue Planung ermöglicht die Auskunft auf der Webseite des VRN (Verkehrsverbund Rhein/Neckar).
Entweder lässt man das Auto in Dahn auf dem Parkplatz am Kurpark stehen oder parkt auf dem Wanderparkplatz direkt unterhalb der Burgruinen. Dann muss man aber irgendwie wieder zurückkommen, was mit dem Bus von Erlenbach (Dahn) geht. Da man dann aber gleich mit dem Bus anreisen kann, empfehle ich daher den ÖPNV.

ÜBRIGENS: Von Berlin aus gelangt man mit der Bahn in unter 6 Stunden und nur einmaligem Umstieg bis nach Kaiserslautern und damit an den Startpunkt des Pfälzer Waldpfads. Ankommen und Loslaufen hieße da die Devise.

AUSRÜSTUNG.
Für diese Wanderung benötigt es keinerlei besondere Ausrüstung. Festes Schuhwerk wäre allerdings sehr anzuraten, da es gerade in den Burgruinen etwas unwegsam wird.

ESSEN & TRINKEN.
Unterwegs gibt es zwar in Erfweiler und Busenberg Gaststätten, als krönenden Abschluss dieser Wanderung/Etappe empfehle ich aber ausdrücklich, eine längere Pause an der Drachenfelshütte zu machen. Tolle Lage, leckere Speisen und eine echt freundliche Bedienung.

MEIN TIPP.
Unbedingt längere Pausen unterwegs einplanen. Allein auf der Dahner Burgengruppe kann man sich ziemlich lange aufhalten. Und auch die Aussichtspunkte unterwegs laden förmlich zum Picknicken ein.

WEITERLESEN.
Auch meine BloggerKolleg*innen haben fleißig über die 8. Etappe des Pfälzer Waldpfad gebloggt und ihre persönlichen Eindrücke beschrieben. Wer Lust hat weiterzulesen, kann das gern hier tun:
Im Pfälzerwald wandern // Overlandtour
Traumhaft schöne Wanderungen in der Pfalz // Tracks and the City
Wanderwege in der Pfalz // 2 on the Go
Auf dem Pfälzer Waldpfad // Fernweh und so

Besondere Unterkunft – Tipp

Eine absolute TOP-EMPFEHLUNG ist das Hotel Pfälzer Wald am Ortsausgang von Bad Bergzabern. Familiengeführt und ruhig gelegen ist es nicht nur der ideale Ausgangspunkt für Wanderungen, auch liegen die Südpfalztherme und der Kurpark nur einen kurzen Fußmarsch davon entfernt.

Zudem kann ich die hoteleigene KÜCHE sehr empfehlen. Vom Frühstücksbuffet am Morgen bis zum Drei-Gänge-Menü am Abend ist das hier eine rundum gelungene Geschichte und lohnt es sich, hier auch mal länger aufzuhalten.

OBENDREIN kommt man mit der Buslinie 545 von der Haltestelle Bad Bergzabern, Stauweiher unweit des Hotels sowohl an den Ausgangspunkt nach Dahn als auch vom Ende der Etappe in Erlenbach (Dahn) wieder zurück.


Hinweis in eigener Sache (Disclaimer)
Meine hier beschriebenen Eindrücke durfte ich im Rahmen des 8. Bloggerwanderns sammeln. Eingeladen und veranstaltet wurde diese von den Gastlandschaften der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH. Dabei sind mir Anreise, Unterkünfte und Verpflegung zur Verfügung gestellt worden, wofür ich mich recht herzlich bedanken möchte. Auf meine abschließende Meinung wurde kein Einfluss genommen. Diese entspricht ausschließlich meiner persönlichen Sicht.

Sven Becker
Sven Becker
In Dresden aufgewachsen, in Berlin eine neue Heimat gefunden, starte ich von hier in die Fremde. Mal mit Rucksack, mal ohne. Mal in die Berge, mal an den Strand. Aber immer mit offenen Augen. Denn Abenteuer gibt es an jeder Ecke...

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