
Startpunkt der Wanderung: S-Bahnhof Grunewald
Am S-Bahnhof Grunewald angekommen begebe ich mich in den westlichen Teil, der durchaus die eine oder andere Sehenswürdigkeit zu bieten hat. Namentlich genannt sind das nicht nur der mit 114m höchste Berg des Grunewalds, der Teufelsberg, sondern auch der Grunewaldturm an der Havel, die Kiesgrube oder der Teufelssee. Woher letzterer allerdings seinen Namen hat ist nicht ganz geklärt. Vermutet wird, dass der See als Überbleibsel der Eiszeit durch eingelagerte Brocken abschmelzenden Eises geformt wurde. Über das entstandene „tote“ Moor bis hin zum „Teufel“ sind es zwar noch ein paar orthografische Schritte, aber unsere Vorfahren waren ja bei der Legendenbildung sonst auch nicht kleinlich.
Im Frühjahr sollte man sich vor Wildschweinen in Acht nehmen. Die Tiere meiden zwar den Menschen, eine Begegnung ist aber gerade im Frühling durchaus möglich.
Frühling 2010
Am Teufelsberg vorbei, auf dem auch heute noch Ruinen der ehemaligen Abhöranlage des Kalten Krieges zu besichtigen sind, komme ich auf der Hälfte der Wanderung an die Havel und letztlich zum Grunewaldturm. Ich will ja nicht meckern, aber seit ich in Berlin wohne – und das sind mittlerweile fast 16 Jahre – war ich genau drei Mal an diesem Turm und jedes Mal stand er eingerüstet. Bisher dachte ich immer, er würde renoviert werden, aber jetzt beginne ich zu glauben, dass sei vom Architekten so gewollt. Oder mal wieder nur ein Zeichen der Berliner Haushaltsmisere. Laut Bauanschlag soll er allerdings 2011 dann tatsächlich fertig sein und darf wieder bestiegen werden. Es bleibt also spannend.
Rückweg über die Kiesgrube
Der Rückweg gestaltet sich recht einfach, denn viele der Wege im Grunewald sind schachbrettartig angelegt. So kann man sich auch gar nicht groß verlaufen, denn irgendwo stößt man immer wieder auf einen Weg, der zurückführt. Trotzdem empfiehlt es sich, die Karte auszudrucken und mitzunehmen, denn die vorhandene Ausschilderung ist… nun ja… fast nicht existent. Nur an Schlüsselstellen befinden sich Wandertafeln oder Wegweiser. Leider ein kleiner Wermutstropfen in einer ansonsten großartigen Wandergegend.



Stichwort Grunewald
Mit rund 3000 Hektar Größe ist der Grunewald, Namensgeber der angrenzenden Villensiedlung Berlins, der größte Wald- und Forstraum innerhalb der Stadtgrenzen. Zu Zeiten des Kalten Krieges befand sich auf dem Teufelsberg die gleichnamige Abhörstation, die heute jedoch immer mehr verfällt.
Mitten im Grunewald auf dem Karlsberg steht der Grunewaldturm, ein zu Ehren Kaiser Wilhelm II. errichtetes Denkmal. Von diesem 1899 eigeweihten Turm genießt man bei entsprechendem Wetter eine ausgezeichnete Sicht ins Berliner Umland
Weiterführende Infos zum Grunewald gibt es auf den städtischen Seiten Berlins: Berliner Sehenswürdigkeiten