Fluss & Klamm – Unterwegs in der Böhmischen Schweiz 1/3

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Mehrtägige Wanderung durch die Böhmische Schweiz von Hrensko über die Balzhütte Na Tokani bis nach Hinterhermsdorf. Ein Bericht in drei Teilen.

Startpunkt: Hrensko. Nächster Stop: Edmundsklamm.

Einst Grenzstädtchen mit dem Charme vergangener Zeiten, heute — sicher den vielen Hochwassern der letzten Jahrzehnte geschuldet — ein Nest, eine verschlafene Ansammlung von Häusern, Hotels, Restaurants. Dazwischen ein beliebter Duty-Free-Shop und ein Billigmarkt „Made in Vietnam“. Und eines noch obendrauf: Ausgangspunkt unserer Wanderung durch die Böhmische Schweiz, durch das tschechische Elbsandsteingebirge. Heimat der nächsten drei Tage. Wir, das sind einmal mehr mein Bruder und ich, mein treuer Gefährte nicht nur auf Wanderwegen.

Entlang der Kamenice, dessen letztes Hochwasser erst drei Jahre zurück liegt und wohl eines der schlimmsten gewesen sein muss, verlassen wir den Ort in nördliche Richtung. Es empfängt uns Kühle, wie fast immer, wenn wir in die Felsen der Sächsischen oder vielmehr der Böhmischen Schweiz eintauchen.

Erst zu Fuß entlang der Kamenice, später geht es mit dem Kahn auf der Edmundsklamm weiter.
Erst zu Fuß entlang der Kamenice, später geht es mit dem Kahn auf der Edmundsklamm weiter.

Nur wenige Kilometer weiter bekommen wir die Möglichkeit zu rasten. Die Bootsfahrt auf der Stillen Klamm, auch Edmundsklamm genannt, gibt Zeit für Erholung und Pause. Nebenbei, während uns der Fährmann durch das Wasser stakt, erfahren wir von ihm, dass in dieser wilden Schlucht, die ausschließlich mit dem Kahn passierbar ist, das Wasser beim Hochwasser 2010 noch vier Meter über uns stand. Ein wenig mulmig das Gefühl, welches sich bei dieser Vorstellung einstellt.

Idyllisches Ende einer Bootsfahrt durch die Edmundsklamm
Idyllisches Ende einer Bootsfahrt durch die Edmundsklamm

Vorbei am „Kleinen Prebischtor“

Immer weiter entlang des kleinen Flusses, der ursprünglich zum Flössen des geschlagenen Holzes partiell angestaut wurde, gelangen wir wenige Kilometer später an das nächste Wehr und damit die nächste Kahnfahrt. Wer also eine gemütliche Wanderung mit vielen Pausen sucht, ist auf diesem Teilstück genau richtig. Danach führt ein kurzer Anstieg steil auf die Berge in den Ort Mezni Louka. Von dort fährt ein Bus zurück nach Hrensko. Wir jedoch wollen weiter, tiefer in die Felsen. Oder vielmehr hoch hinaus. Denn das nächste Ziel, das kleine Prebischtor und nur vom Namen her mit dem großen Bruder verwandt, liegt schon etwas höher, bietet aber genauso schöne Blicke in das tschechische Hinterland.

Über die verlassene Raubritterburg Schauenstein, welche über steile Treppen und Felsvorsprünge erklettert werden will, gelangen wir am späten Abend im verschlafenen Örtchen Vysoka Lipa an. Verglichen mit dem Trubel Hrensko’s ist dies ein ruhiger, ein wohlbekommener Ort. Ein Ort, der nach 15 Kilometern die verdiente Entspannung und dringend nötige Erholung verspricht. Denn eines darf man im Elbsandsteingebirge nicht unterschätzen: das ständige Auf und Ab. Die häufigen An- und Abstiege gehen in die Beine, gehen in die Waden. Und am Abend spürt man dann ganz genau, was man den Tag über getan hat…

Das kleine Prebischtor ist genauso schön wie das große. Nur nicht so überlaufen.
Das kleine Prebischtor ist genauso schön wie das große. Nur nicht so überlaufen.
Der Blick in Richtung Tagesziel mag zwar etwas unscharf sein, dafür ist er trotzdem schön.
Der Blick in Richtung Tagesziel mag zwar etwas unscharf sein, dafür ist er trotzdem schön.
Sanft geschwungene Hügel und Wiesen bei Vysoka Lipa
Sanft geschwungene Hügel und Wiesen bei Vysoka Lipa

Informationen

Sven Becker
Sven Becker
In Dresden aufgewachsen, in Berlin eine neue Heimat gefunden, starte ich von hier in die Fremde. Mal mit Rucksack, mal ohne. Mal in die Berge, mal an den Strand. Aber immer mit offenen Augen. Denn Abenteuer gibt es an jeder Ecke...

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